Gesichter der JuBis: Ann-Katrin Speidel und Juliane Borisch

In unseren 12 Jugendbildungsstätten arbeiten viele Menschen in ganz unterschiedlichen Bereichen. In der Interviewreihe „Gesichter der JuBis“ stellen wir alle zwei Monate Kolleg:innen oder Teams vor, die sich vor und hinter den Kulissen darum kümmern, dass die Bildungsangebote für unsere Gäste zum nachhaltigen Erlebnis werden! Diesmal haben wir Ann-Katrin Speidel und Juliane Borisch von der Jugendsiedlung Hochland interviewt. Was Ann-Katrin damit zu tun hat, dass Juliane ihre Kollegin geworden ist und warum die beiden manchmal in die Rolle von Kommissarinnen schlüpfen, erfahrt ihr im Interview!

Hallo ihr beiden, was macht ihr an der Jugendsiedlung Hochland?
Juliane: Mein Name ist Juliane Borisch und ich habe seit 1. März 2024 eine Teilzeitstelle an der Umweltstation der Jugendsiedlung Hochland. Gerade gestern habe ich das umweltpädagogische Angebot „Tatort Isar“ begleitet, wo wir mit Schulklassen einen Kriminalfall lösen. Wir schlüpfen in die Rolle von Kommissar:innen und suchen nach Hinweisen, nehmen dazu auch Wasserproben und untersuchen sie. Das war übrigens die erste Veranstaltung, die ich komplett selbst durchgeführt habe. Sonst hospitiere ich gerade noch viel, um das umfangreiche Angebot der Umweltstation erst einmal selbst genau kennen zu lernen und in meiner neuen Position gut anzukommen.

Schwirrt dir bei den vielen Angeboten jetzt der Kopf?
Juliane: Ja, schon (lacht). Aber langsam habe ich schon einen Überblick und meine Kollegin Ann-Katrin hilft mir auch, wenn ich Fragen habe.

Ann-Katrin: Ich kenne den Bereich ziemlich gut, denn ich habe im September 2022 selbst als Pädagogin für die Ferien- und Freizeitangebote an der Jugendsiedlung angefangen. Seit 1. März habe ich nun die Teamleitung der Umweltstation übernommen und Juliane ist auf die andere Stelle nachgerückt.

Was hast Du in der Leitungsposition jetzt für Aufgaben?
Ann-Katrin: Ich arbeite in Vollzeit und mache natürlich immer noch Bildungsarbeit. Zu meiner Stelle gehört aber auch viel Organisatorisches, wie der Gesamtüberblick über die Finanzen und das Beantragen von Fördergeldern, Netzwerkarbeit und die Referent:innensuche und -Organisation. Außerdem ist die Umweltstation Königsdorf der Kopf von KlimaAlps, einem Projekt, das sich mit den Folgen des Klimawandels beschäftigt und auch ein Ausbildungsprogramm für Klimapädagog:innen beinhaltet. Hier bin ich Ansprechperson sowohl für das Kooperationsnetzwerk als auch für Interessent:innen an der Ausbildung. Kurz gesagt: Ich muss halt einfach schauen, dass alles läuft 😉

Wie hat euch denn das Leben auf eure Aufgaben hier an der JuBi vorbereitet?

Ann-Katrin Speidel

Ann-Katrin: Das können wir gleichzeitig beantworten! Wir haben beide Umweltbildung an der Pädagogischen Hochschule Weingarten studiert. Das liegt direkt bei Ravensburg, 20 Kilometer entfernt vom schönen Bodensee und dort gibt es den deutschlandweit einzigen Studiengang, wo man Umweltbildung im Bachelor studieren kann.

Juliane: Wir waren allerdings in unterschiedlichen Semestern, Ann-Katrin war ein Jahr weiter. Dem Namen nach war sie mir schon bekannt, wir haben uns durch Corona aber nicht wirklich kennen gelernt, das kam erst hier. Sie hat damals schon an der JuBi gearbeitet und dann das Stellenangebot an die Hochschule weitergeleitet. Die Stelle in Königsdorf hat für mich auch deswegen total gut gepasst, weil ich in München Familie habe. Ursprünglich bin ich aus Dresden.

Ann-Katrin: Ich hatte eine relativ klare Vorstellung, dass ich nach dem Studium in die außerschulische Bildungsarbeit möchte. Außerdem wollte ich als Laupheimerin, das ist in der Nähe von Ulm, in Süddeutschland bleiben. Weil ich mein Praxissemester an der JuBi Burg Schwaneck gemacht habe, bekam ich über das Netzwerk der Jugendbildungsstätten Bayern die Stellenanzeige – und da bin ich!

Dann hat sich das ja alles gut gefügt bei euch!
Ann-Katrin: Definitiv und wir haben hier übrigens oft, dass jemand erst Praktikum macht oder als Referent:in hier anfängt und dann festes Teammitglied wird.

Was stehen denn jetzt bei euch für Aufgaben an?
Juliane: Wir bereiten gerade die Königsdorfer Ostertage vor, das sind Tagesangebote für Kinder in den Osterferien – von der Osterbäckerei über einen Wichteltag bis hin zum Eseltrekking. Bis zur „heißen Phase“ heißt es jetzt außerdem, Betreuer:innen und Teamer:innen für die Freizeiten in den Pfingst- und Sommerferien zu finden und die Liste der Teams zu füllen.

Gibt es ein Angebot, dass ihr besonders gern betreut?
Juliane: Ich betreue eigentlich alle Angebote gern, sie sind ja auch sehr unterschiedlich. Mich begeistert vor allem das pädagogische Tun an sich, dass wir mit den Kindern raus in die Natur gehen, ich selbst viel gestalten und auf die Gruppendynamik reagieren kann. Es ist immer toll zu sehen, wenn die Kinder nach einem Tag die Natur schon viel besser wahrnehmen können und wir ihre Neugier wecken, sich mit ihrer Umgebung auseinanderzusetzen.

Ann-Katrin: Wir haben ein Kooperationsprojekt mit einer Stiftung, die Klassenfahrten für Brennpunktschulen in München fördert. Dabei kommen Grund- und Mittelschulklassen der 3. bis 5. Jahrgangsstufe zu uns nach Königsdorf und wir dürfen mit ihnen 3 Tage und manchmal auch eine ganze Schulwoche Programm machen. Es ist total berührend, die Freude der Kinder darüber zu sehen, in der Natur zu sein. Und wir sind bei jedem Wetter draußen! Das ruft auch uns selbst immer wieder in Erinnerung, dass das etwas Besonderes und Wertvolles ist.

Gibt es bei den Schulen generell oft „Wiederholungstäter“?
Ja, wir haben auf jeden Fall „Stammschulen“, die immer wieder zu uns kommen. Auch bei den Ferienmaßnahmen gibt es Kinder, die im Alter von 8 bis 15 jedes Jahr dabei sind und die wir in ihrer Entwicklung sehr lang begleiten dürfen.

A propos „Täter“… habt ihr eigentlich den Fall eures Angebots „Tatort Isar“ gelöst?
Juliane: Wir spoilern hier doch nicht 😊 Ein Tipp für Lehrer:innen: Wer mit seiner Klasse selbst ermitteln will, das Angebot ist ab der 3. Jahrgangsstufe geeignet und kann entweder als halb- oder ganztägige Exkursion gebucht werden!

Das Interview haben wir in der ersten Osterferienwoche geführt.

💡  Mehr Infos zu den Angebote und der Umweltstation selbst erhaltet ihr auf der Seite der Jugendsiedlung Hochland!

Information

Jugendsiedlung Hochland e.V.
Rothmühle 1
D-82549 Königsdorf
Telefon: +49 8041 7698-0
E-Mail: info@jugendsiedlung-hochland.de