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23.03.2026

JuBis Stellen Verkehrsschilder-Projekt auf der BJR-VV vor

Auf der 168. Vollversammlung des Bayerischen Jugendrings vom 20. bis 22. März 2026 in Herrsching am Ammersee haben die Jugendbildungsstätten Bayern das Wertebündnis-Projekt „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit" vorgestellt. Es setzt sich kreativ und partizipativ mit Fragen von Gerechtigkeit, gesellschaftlicher Verantwortung und demokratischen Werten auseinander und lädt junge Menschen dazu ein, ihre Perspektiven sichtbar zu machen und in den öffentlichen Diskurs einzubringen.

Alle 12 vom BJR anerkannten und geförderten Jugendbildungsstätten Bayern arbeiten mit den "Verkehrsschildern der Gerechtigkeit", einem Projekt des Künstlers Johannes Volkmann, das ein breites bieten ein breites Spektrum der Demokratie- und Wertebildung bietet. Die Jugendbildungsstätten setzen dabei auf vielfältige Methoden. In individuell gestaltbaren Workshops können Jugendliche beispielsweise eigene „Verkehrsschilder" entwickeln, die ihre Vorstellungen von Fairness, Respekt und gesellschaftlichem Zusammenleben ausdrücken. Neben der Kulturpädagogik kommen auch Methoden aus der Erlebnispädagogik zum Einsatz: In der Jugendbildungsstätte Königsdorf werden die Verkehrsschilder mit einem Kletterworkshop kombiniert und Themen wie Vertrauen, Angst und Werte erfahrbar gemacht. Die Schilder werden nicht nur im Seminar genutzt, sondern sind auf den Geländen vieler Jugendbildungsstätten sichtbar installiert – als Ausdruck eines gemeinsamen Werteverständnisses, das auch im Bildungsalltag immer wieder aufgegriffen und reflektiert wird.

Bericht des Präsidenten und wichtige Beschlüsse

Zu Beginn der Vollversammlung stellte BJR-Präsident Philipp Seitz seinen Arbeitsbericht vor. Im Mittelpunkt stand der Wandel des Ehrenamts: Junge Menschen suchen zunehmend flexible, sinnstiftende Formen von Engagement, während klassische Strukturen an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig betonte Seitz die soziale Dimension von Engagement und die Rolle der Jugendarbeit als Stabilitätsanker in unsicheren Zeiten. Deutliche Worte fand Seitz auch in Richtung eines Antrags der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag, die dem BJR die finanzielle Unterstützung entziehen möchte. Er stellte klar, dass Jugendarbeit für Vielfalt, Demokratie und ein wertebasiertes Menschenbild stehe und sich nicht spalten lasse. Die Delegierten unterstrichen in einer aktuellen Stunde die wichtige Rolle der Jugendarbeit als demokratischer, zivilgesellschaftlicher Akteur.

Im Anschluss fassten die Delegierten zentrale Beschlüsse. Sie fordern einen verbindlichen Neustart für jugendgerechte Kommunen mit mehr Beteiligung, sozialer Sicherheit, Räumen für junge Menschen und verlässlichen Strukturen der Jugendarbeit. Deutlich positionierte sich die Vollversammlung auch zur psychotherapeutischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Angesichts geplanter Honorarkürzungen warnte der Bayerische Jugendring vor einer weiteren Verschärfung der ohnehin angespannten Situation. „Wer jetzt kürzt, verschärft eine ohnehin angespannte Versorgungslage", so Seitz.
Alle Beschlüsse der 168. Vollversammlung sind auf den Seiten des BJR zu finden: https://www.bjr.de/ueber-uns/gremien/beschluesse

Schwerpunktthema Gaming

Inhaltlicher Schwerpunkt war zudem das Thema „Game My Life – Jugendarbeit im digitalen Spielraum". Impulse lieferten unter anderem Fachbeiträge aus der Medienpädagogik, etwa von Dr. Susanne Eggert vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis. Unterstützt wird die medienpädagogische Arbeit durch ein starkes bayernweites Netzwerk, das Fachkräfte, Ehrenamtliche und junge Menschen bei Projekten begleitet und Medienkompetenz nachhaltig stärkt. Auch politische Vertreter würdigten die Bedeutung der Jugendarbeit im digitalen Raum. Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring hob die Rolle von Games als Kulturgut und Innovationstreiber hervor und sicherte Unterstützung zu. Weitere Grußworte aus der Landespolitik unterstrichen die Relevanz des Themas und das Engagement der Jugendarbeit.
Die Delegierten verabschiedeten ein Positionspapier, das Computerspiele als wichtigen Bildungs- und Erfahrungsraum anerkennt und ihre Bedeutung für Teilhabe und Jugendkultur unterstreicht.

Die Vollversammlung machte insgesamt deutlich: Die bayerische Jugendarbeit ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer zukunftsfähigen Gesellschaft – sie braucht verlässliche Rahmenbedingungen, politische Unterstützung und innovative Ansätze, wie sie auch die Jugendbildungsstätten Bayern mit ihrem Projekt eindrucksvoll zeigen.

Mehr Informationen

Elke Rusch

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, QMB

Mobil: 01515 25 27 269
E-Mail: rusch@jugendbildungsstaetten.de

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