Auslandsfreiwilligendienst im Inland

Wie funktioniert Auslandsfreiwilligendienst, wenn man nicht ausreisen darf? Weil sich der Ausreisetermin von rund 20 Volunteers des „weltwärts“-Programms aufgrund von Coronabestimmungen verschiebt, haben die Verantwortlichen am Aktionszentrum Benediktbeuern die „Don Bosco Volunteers Akademie“ ins Leben gerufen. Dort können die Freiwilligen Projekte mitgestalten, bis sie zu ihren Einsatzorten dürfen – und außerdem ihren Freiwilligenstatus behalten.

Wir blicken zurück: Am 16. März entschied das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) in Absprache mit dem Auswärtigen Amt, sicherheitshalber alle im Ausland befindlichen Bundesbürger zurückzuholen – darunter natürlich auch alle Freiwilligen. Das war eine sehr herausfordernde Aufgabe und alle Beteiligten froh, als sämtliche Volunteers schließlich Anfang April sicher in Deutschland gelandet waren. Auch rund ein halbes Jahr später  sind Reisewarnungen und-beschränkungen beim Auslandsfreiwilligendienst ein Thema. Nur jetzt ist es quasi andersherum: Die Volunteers, die gerne ihren Freiwilligendienst an ihren ausländischen Einsatzorten antreten möchten, dürfen noch gar nicht ausreisen.

 Don Bosco Volunteers Akademie

In dieser „Überbrückungsphase“ werden die Freiwilligen nicht einfach allein gelassen. Deshalb gestalten die Salesianer Don Boscos, Träger unserer Jugendbildungsstätte in Benediktbeuern und auch des Freiwilligendienstes „weltwärts“ eine Akademie, in der die Volunteers Kompetenzen im Bereich der SDGs und anderen Tätigkeiten mit einem entwicklungspolitischen Schwerpunkt erwerben können. Sie wohnen in Benediktbeuern und können an verschiedenen Aktivitäten, Workshops und Seminaren teilnehmen, die sie auf ihren Auslandsfreiwilligendienst vorbereiten. Sie können Projekte mitgestalten und entwickeln oder in verschiedenen Bereichen mitarbeiten – auf die Präsenzakademie folgt dann im Wechsel immer ein praktischer Einsatz bei Don-Bosco-Einrichtungen in Deutschland.

Parallel wird ständig überprüft, ob eine Ausreise möglich ist und der Freiwilligendienst im Einsatzland starten kann: Entscheidende Informationen kommen hierzu vom Auswärtigen Amt und auch von den salesianischen Einrichtungen vor Ort, ob sie den Einsatz der Freiwilligen verantworten können.

Bis Ende August können sich die diesjährigen Volunteers entscheiden, ob sie dabei sein wollen, oder ihren Freiwilligendienst lieber ein Jahr später antreten – bisher sieht es so aus, als würden die meisten das Angebot wahrnehmen, das Ende September startet. An den Angeboten können dann auch die Volunteers der Don Bosco Mission Bonn sowie die Inlandsvolontäre teilnehmen; und sicherlich wird das ein oder andere Element der Akademie auch in den kommenden Jahren in die Gestaltung des Auslandsfreiwilligendiensts einfließen. Wir bleiben auf jeden Fall dran und werden weiter berichten!

Information

Francesco Bagiolini | Internationale Jugendarbeit und Freiwilligendienste
Aktionszentrum Benediktbeuern
E-Mail an Francesco Bagiolini