Gesichter der JuBis

Lena Rüger, Leiterin der Umweltstation an der JuBi Waldmünchen

In unseren 12 Jugendbildungsstätten arbeiten viele Menschen in ganz unterschiedlichen Bereichen. Sie alle kümmern sich jeden Tag darum, den Gästen die Bildungsangebote optimal zu vermitteln und einen reibungslosen Betrieb in den Häusern zu gewährleisten. Diesmal haben wir Lena Rüger getroffen und nachgefragt, was sie an der Jugendbildungsstätte Waldmünchen so macht. Sie ist Leiterin der dortigen Umweltstation und hat uns ein paar Fragen beantwortet.

Liebe Lena, Du bist die Leiterin der Umweltstation in Waldmünchen. Seit wann bist Du dort und wie bist Du dorthin gekommen?

Leiterin der Umweltstation bin ich seit November 2018. Ich habe während meines Studiums (Soziale Arbeit) mein Semesterpraktikum hier an der Jugendbildungsstätte gemacht und dann anschließend weiter als Honorarmitarbeiterin hier gearbeitet. Daher bin ich auch auf die Stellenausschreibung für die Stelle gestoßen und habe mich schließlich für diesen Beruf beworben.

Warum hast Du diesen Beruf gewählt?

Ich habe mich für diesen Beruf entschieden, da ich bereits während meines Praktikums und während meiner Tätigkeit als Honorarmitarbeiterin immer sehr gerne an der Jubi war und mir die Arbeit schon immer Spaß gemacht hat. Schließlich als festangestellte Bildungsreferentin an der Jugendbildungsstätte zu arbeiten ist für mich die Möglichkeit, mich noch intensiver mit der Bildungsarbeit zu befassen und die Chance bereits bestehende Konzepte weiterzuentwickeln und neue Ideen in die Arbeit an der Umweltstation einfließen zu lassen. Und ich finde außerdem, dass gerade die außerschulische Jugendbildung ein sehr spannendes und wichtiges Arbeitsfeld ist. Durch unsere Bildungsmaßnahmen haben wir die Möglichkeit, außerhalb der Schule mit den Kindern und Jugendlichen in Beziehungsaufbau zu treten und mit ihnen Themen zu behandeln, mit denen sie sich – zumindest in diesem Umfang – in der Schule nicht befassen können.

Ganz ehrlich: musstest Du googeln, wo Waldmünchen liegt?

Ja, als ich damals nach Praktikumsstellen gesucht habe und über die Homepage der Jugendbildungsstätten Bayern auf die Jubi in Waldmünchen gestoßen bin musste ich erst einmal nachschauen wo das überhaupt liegt.

Wie sieht ein „normaler“ Tag an der Umweltstation aus, oder gibt es eher keine Routine?

Bei unseren Umweltbildungsseminaren sind immer wieder neue Gruppen an der Umweltstation – weshalb man nie so genau weiß was passiert, da das immer stark von der Gruppe abhängig ist. Durch die abwechslungsreichen Aufgaben – sowohl im organisatorischen Bereich als auch im Seminarablauf – gibt es kaum einen Tag, den ich als „normalen“ Tag an der Umweltstation bezeichnen würde.

Was macht Dir an Deinem Beruf am meisten Spaß?

Die Arbeit mit den Jugendlichen, da sie immer wieder neue und interessante Gedankengänge einfließen lassen. Und der Versuch den Teilnehmenden an den Projekten der Umweltstation den Transfer in ihren eigenen Alltag zu ermöglichen. Es ist schön zu sehen – oder zu hören – dass es „Klick“ gemacht hat und die Jugendlichen etwas aus ihrem Besuch bei uns mit nach Hause in ihren Alltag nehmen.

Welche Projekte laufen derzeit an der Umweltstation? Gibt es einen Schwerpunkt?

Ein Projekt an unserer Umweltstation sind die Workshops an unserem Energiepark, der ganz im Fokus der erneuerbaren Energien steht. Kinder- und Jugendgruppen haben hier die Möglichkeit, an den verschiedenen Stationen die erneuerbaren Energien zu erforschen und an Modellen auszuprobieren wie sie funktionieren. Außerdem setzen sich die Gruppen dabei auch mit den Vor- und Nachteilen von erneuerbaren Energien und ihrem eigenen Stromverbrauch auseinander. Ein weiteres Projekt ist das Energie-Zeltlager, das auf der Zeltwiese neben dem Energiepark stattfindet. Bei einem gemeinsamen Besuch beim Biobauernhof, bei einer Imkerin, bei Workshops am Energiepark oder der eigene Zubereitung von Mahlzeiten mit regionalen Lebensmitteln können die Teilnehmenden eine Zeit ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit verbringen. Außerdem haben wir für unsere Seminarreihe jedes Jahr ein neues Modellprojekt. Dieses Jahr beschäftigten wir uns dabei mit Kultur und Künsten im Zeichen der Nachhaltigkeit. Der Fokus liegt darauf, wie die jeweilige Kultur das Verhalten einer Person bestimmt und welche Schlüsse daraus für den Umgang mit einem nachhaltigen Leben gezogen werden können. Außerdem wird eine Verbindung zwischen den Schlagworten Kultur, Natur und Umwelt geschaffen, sowie zukünftige Visionen für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt künstlerisch dargestellt. Bei allen diesen Projekten fließt immer auch der Schwerpunkt unserer Umweltstation Natur.Energie mit ein.

Warum sind solche Kurse so wichtig?

Die Kinder und Jugendlichen haben hier die Möglichkeit, sich mit Themen zu befassen, die für den Großteil der Zielgruppe im Alltag nicht im Fokus stehen. Außerdem befinden sie sich hier in einem anderen Setting und können so auf einer ganz anderen Ebene über Umweltthemen und Zukunftsvisionen diskutieren. Ihre Aussagen werden von niemand bewertet, sie können also quasi nichts Falsches sagen. Außerdem ist gerade das Thema Klimakrise und Nachhaltigkeit aktuell wie selten zuvor, die Teilnehmenden haben durch unsere Projekte die Möglichkeit sich intensiv mit diesen Themen auseinander zu setzen. Wir wollen ihnen Möglichkeiten aufzeigen, wie sie ihr Leben nachhaltig gestalten können mit dem Versuch, dass sie bei unseren Projekten einen ersten Anstoß für ihr alltägliches Leben erhalten.

Wie beurteilst Du das Interesse der Jugendlichen an der Umweltstation?

Wenn die Jugendlichen erst einmal bei uns sind, hat der Großteil von ihnen großes Interesse am Schwerpunkt und den Inhalten der Umweltstation. Das zeigt sich vor allem durch die positiven Rückmeldungen von den Jugendlichen, die an unseren Projekten teilnehmen.

Was war Dein persönlich schönstes Erlebnis an der Umweltstation?

Das ist schwierig zu beantworten, ich hatte schon viele schöne Erlebnisse an der Umweltstation. Ich glaube aber mit eines der schönsten war bis jetzt zu sehen, mit wie viel Engagement und Wissensdurst die Teilnehmenden an den Workshops am Energiepark dabei sind und wie viel Spaß es ihnen macht, die Stationen selbstständig auszuprobieren.

Und noch abschließend: Was ist Dein Energiespar-Tipp für den Sommer?

„Mit dem Rad zum See“ – dieser Tipp kommt zwar nicht direkt von mir, aber ich habe ihn auf einer Postkarte gelesen und ich finde ihn super!