Die Teamer*innen der JDAV Jugendbildungsstätte Hindelang

Die Jugendbildungsstätte der JDAV in Bad Hindelang

Für den dritten Teil unserer Reihe über die Teamer*innen an unseren JuBis haben wir einen Ausflug zur südlichsten Jugendbildungsstätte in Bayern gemacht: zur JDAV Jugendbildungsstätte in Hindelang. Dort haben uns Martin Herz, der Leiter des Hauses und seine Teamer*innen Lena Behrendes, Norbert Bischoff und Sarah Kästner einen Einblick in das Aufgabenspektrum und ihre ganz persönlichen Erfahrungen gegeben. Und natürlich haben auch sie die Wikipedia-Aussage “Als Teamer (von englisch Team) werden Personen bezeichnet, die Schulungen durchführen oder Gruppen betreuen und anleiten“ so erweitert, dass man sich wirklich etwas darunter vorstellen kann!

Zuerst hat Martin Herz das Wort. Martin, was sind die Aufgaben von Teamer*innen in der JuBi Hindelang?

Unsere Teamer*innen leiten unsere Aus-und-Weiterbildungskurse sowie unsere (erlebnis-)pädagogischen Programme eigenverantwortlich. Da unser Schwerpunkt die alpine Erlebnispädagogik ist, haben all unsere Teamer*innen eine Doppelqualifikation: fachsportlich und pädagogisch. Wir orientieren uns dabei an den Qualitätsstandards des Bayerischen Jugendrings (BJR) für die Durchführung erlebnispädagogischer Maßnahmen.

Wie wird man Teamer*in?
Viele unserer Teamer*innen waren viele Jahre als aktive Jugendleiter*innen oder Trainer*innen in einer DAV-Sektion ehrenamtlich tätig. Neben einer entsprechenden Bewerbung ist immer auch eine Hospitationswoche notwendig, in der einer/einem erfahrenen Teamer*in über die Schulter geschaut wird. Je nach Qualifikation und Vor-Erfahrung der Teamer*in erfolgt dann eine gemeinsame Entscheidung, in welchen Programmen er/sie eigenverantwortlich eingesetzt werden kann.

Wie viele Teamer*innen gibt es in der JuBi?
Insgesamt ca. 80 Teamer*innen, aufgeteilt in verschiedene Teams:
– JDAV-Bundeslehrteam Jugend: zuständig für die Jugendleiterausbildung
– JDAV-Jugendkursteam: zuständig für das offene Kinder- und Jugendprogramm
– Jubi-Trainerteam: zuständig für Schulklassen-, Azubi-, Studierenden- und FSJ-Programme
– ZQ-Lehrteam: zuständig für die Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik
– Seilgartentrainer-Team: Zuständig für die Mobile Seilgartentrainerausbildung
Natürlich gibt es auch Teamer*innen, die in mehreren Teams tätig sind.

Was wäre die JuBi ohne Teamer*innen?
Ein Loch ohne Rand.

Was würdest Du der Wikipedia-Definition noch hinzufügen?
Unsere Teamer*innen sind fachsportlich und ökologisch qualifizierte, pädagogische Fachkräfte. Sie führen erlebnispädagogische Maßnahmen für verschiedene Zielgruppen im Gebirge und dem voralpinen Raum unter der besonderen Berücksichtigung ökologischer Aspekte pädagogisch zielgerichtet durch.

Gibt es sonst noch irgendwelche Besonderheiten?
Unser besonderes Qualitätsmerkmal in der JuBi Hindelang ist es, dass all unsere Programme annähernd ausschließlich von qualifizierten Honorar-Teamer*innen geleitet werden. Wir setzen keine Ehrenamtlichen, Studierende oder Praktikant*innen ein. Einzig unsere Freiwilligen im Ökologischen Jahr (FÖJ) werden intern ausgebildet und dann in bestimmten Umweltbildungskursen als Teamer*innen eingesetzt.

Falls ihr jetzt Lust bekommen habt, an der JuBi als Teamer*in zu arbeiten – das wären eure Kolleg*innen 🙂
Von
Lena Behrendes, Norbert Bischoff und Sarah Kästner kommen diesmal die Antworten zu unserer Fragerunde an die Teamer*innen selbst.

Teamer/in sein bedeutet für mich…
…Dinge, die ich selbst gern tu und die mir wichtig sind mit anderen Menschen teilen zu dürfen.
…mit viel Freude einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. Im Erlebnisraum Natur ganzheitliche und selbstbestimmte Erfahrungen und damit Lernmöglichkeiten zu bieten.
…engagierten Menschen neue Möglichkeiten zu eröffnen, damit sie ihre Begeisterung und ihre Ziele verfolgen und weitergeben können. Aber auch Denkanstöße zu geben und einen vielfältigen Wissens- und Kompetenzerwerb zu unterstützen.

Das möchte ich den Kindern und Jugendlichen, die ich betreue, mitgeben…
…dass sie Verantwortung für sich und ihr Handeln übernehmen können und sollen – im Kleinen wie im Großen.
…je höher die Leidenschaft und der Einsatz, desto intensiver und positiver wird die Selbstwirksamkeit erlebt. Als Beispiel: Es macht einen Unterschied, ob ich einen Gipfel mit der Bergbahn oder unter Schweiß und Anstrengung aus eigener Kraft erreiche. Das Erlebnis wird ein ganz anderes sein.
Das Gefühl und die Kompetenz, bei den Kindern und Jugendlichen in ihren Gruppen und darüber auch in der Gesellschaft etwas bewirken zu können.

Als Teamer*in habe ich diese prägenden Erfahrungen gemacht…
…dass kleine Begegnungen große Veränderungen anstoßen können.
Da für mich Erlebnispädagogik prozessorientiert ist, kommt es immer wieder anders als man denkt. Und das ist gut so.
Ich habe gelernt, dass Perspektivwechsel ein Schlüssel für gelungene Kommunikation und konstruktive Auseinandersetzung ist, und wie wichtig ein wertschätzender offener Umgang ist, um selbst schwierige Menschen zu erreichen und sich selbst wohl zu fühlen.

In der JuBi Hindelang bin ich gern Teamer*in, weil…
…ich sie als Begegnungsort mit vielen spannenden Menschen schätze. Und weil ich unendlich viele positive und prägende Erinnerungen an Jubi-Erlebnisse habe.
…sie mir auf allen Ebenen ein familiäres und wertschätzendes Umfeld bietet. In der JuBi genieße ich die Unterstützung aber auch Freiräume um flexible und prozessorientierte erlebnispädagogische Programme zu gestalten.
…spürbar ist, dass nicht alles den wirtschaftlichen Zwängen untergeordnet wird, sondern unsere Bildungsziele darüberstehen. Ob es nun Nachhaltigkeit oder pädagogische Vielfalt ist, überall ist die Unterstützung durch alle im Haus zu spüren. Das schafft eine gute Arbeitsatmosphäre und lässt viel Kreativität und Flexibilität beim Teamen zu.

Information

Jugendbildungsstätte der JDAV
Jochstraße 50
87541 Bad Hindelang
E-Mail: info@jubi-hindelang.de
www.jubi-hindelang.de