Neukirchen: Patenmodell zur Unterstützung Geflüchteter in Ausbildung

Einen Beruf zu haben, ist für viele Menschen etwas Identitätsstiftendes und somit auch enorm wichtig, sich gegenüber einer neuen Gesellschaft zu öffnen. So auch für Flüchtlinge. In den Bemühungen, junge Geflüchtete in den regionalen Ausbildungsmarkt zu integrieren, möchte auch das Patenmodell einen entscheidenden Beitrag leisten.

Die Idee: Auszubildende übernehmen für junge Geflüchtete im Betrieb die Patenrolle

Das Ziel des Kooperationsprojektes der Evangelischen Jugendbildungsstätte Neukirchen und der IHK zu Coburg in Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben ist es, im gemeinsamen Tun Unsicherheiten und Kontaktängste abzubauen, Hilfestellung und Unterstützung im beruflichen und privaten Kontext zu geben und das Entstehen von Freundschaften über die Arbeit hinaus zu ermöglichen.

Die Idee: Deutsche Auszubildende übernehmen für junge Geflüchtete ehrenamtlich eine Patenrolle. Der Basisgedanke des gesamten Modells ist der der Peer Education. Annähernd gleichaltrige oder auf der hierarchischen Unternehmensebene gleichwertig angesiedelte Arbeitskräfte aus dem Unternehmen übernehmen die Rolle des Begleiters/Paten um so einen niederschwelligen Ansatz zum Austausch auf Augenhöhe zu gewährleisten. Damit können Azubi und Neuankömmling jeweils voneinander profitieren – beispielsweise sprachlich, kulturell oder gesellschaftlich- und ihren Erfahrungshorizont erweitern.

Fachliche Unterstützung durch die Jubi Neukirchen

Die Rolle des Paten im Projekt „Patenmodell“ ist herausfordernd, da sie viele unbekannte und unvorhersehbare Variablen mit sich bringt. Deshalb sollten die Paten eine „fachmännische Unterstützung“ bekommen. Daher hat die JuBi Neukirchen ein modulares Begleitprogramm auf dem Standard des Qualitätskonzeptes einer Juleica-Schulung für die ehrenamtlichen Paten entwickelt, welches neben einem interkulturellen Training (IHK) auch Schulungsbausteine, gemeinsame Veranstaltungen mit den Geflüchteten und eine weiterführende Begleitung vor Ort im Unternehmen als Instrument einer gelingenden und nachhaltigen Projektdurchführung vorgesehen hat.

Im ersten Halbjahr 2017 haben 10 Azubis von fünf Unternehmen aus dem Coburger Raum an dem Programm teilgenommen. Im Rahmen einer Zertifikatsübergabe bedankten sich die beteiligten Partner bei den ehrenamtlichen Paten für ihr Engagement (Foto). Eine Fortführung des Projektes ist aufgrund der positiven Resonanz aller Beteiligten geplant. Das Programm wurde gefördert vom BJR über das Projekt „Flüchtlinge werden Freunde“ und im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei: 

Martin Kummer
Evangelische Jugendbildungsstätte Neukirchen

Am Hag 13
96486 Lautertal

Tel.: 09566.808689 – 23
E-Mail: martin.kummer@jubi-neukirchen.de
Internet: www.jubi-neukirchen.de