Königsdorf: Der erste begehbare ökologische Fußabdruck in Deutschland

Außergewöhnliches Schulprojekt an der Jugendbildungsstätte erhält den Deutschen Klimapreis

01. Juni 2017

Am 22. Mai erhielten die Schülerinnen aus Lenggries für ihr Projekt eines begehbaren ökologischen Fußabdrucks auf dem Gelände der Jugendsiedlung Hochland in Königsdorf den mit 10 000 Euro dotierten Deutschen Klimapreis. Erst Ende März war die Anlage feierlich eröffnet worden. Schulklassen, Gruppen aus Horten, Vereinen und Verbänden sowie Familien können dort nun lernen, wie sie ihr Alltagsleben klimafreundlich und nachhaltig gestalten.

Das Labyrinth aus Hainbuchen beherbergt einen interaktiven Lehrpfad: Den Weg von der Ferse zu den Zehen müssen die Besucher selbst finden, indem sie Fragen zum umweltbewussten Verhalten im Alltag beantworten, von Konsum über Mobilität bis zu Energie und Ernährung. Beispielsweise, wie sie am meisten warmes Wasser sparen oder wie sie bei Handykauf und -nutzung ökologisch verantwortungsvoll handeln. Wer „falsch“ antwortet, gerät in eine Sackgasse und muss zur Frage zurückgehen. Auf diese Weise erwerben die Besucher neues Wissen über die lokalen und globalen Auswirkungen des Konsumverhaltens. Vor allem aber erhalten sie Anregungen, wie sie konkret im Alltag Ressourcen schonen, CO2 einsparen und sozial verantwortungsvoll konsumieren können. Mitmachstationen, etwa ein Fahrrad oder ein Balancierbalken, geben weitere Handlungsimpulse.
Workshops für ein nachhaltiges Leben
Interessierte Gruppen können nun die Anlage nach Voranmeldung besuchen und es gibt zusätzlich ein neues Angebot im pädagogischen Programm der Umweltstation Königsdorf: Workshops für Schulklassen sowie Kinder- und Jugendgruppen aus Horten, Vereinen und Verbänden. Dabei werden die Fragen aus dem Ökofuß zunächst durch Spiele und Filme vertieft und anschließend werden die Teilnehmenden selbst aktiv. Beispielsweise gestalten sie in Upcycling-Workshops aus gebrauchten Materialien neue Gegenstände wie Kleinmöbel, Taschen oder Schmuck, in Energie- und Ernährungsworkshops bauen sie Solarkocher, sammeln Essbares in der Natur und kochen gemeinsam. Das Ziel ist immer: Handlungsmöglichkeiten auszuprobieren und mit in den Alltag zu nehmen, wie man möglichst wenig Ressourcen verbraucht, CO2 ausstößt und Müll produziert – und trotzdem zufrieden und glücklich lebt.

Ein Schulprojekt wird groß
Die Idee zum Fußabdruck entstand vor zwei Jahren in einem Praxisseminar zum Thema „Nachhaltigkeit“ am Erzbischöflichen St.-Ursula-Gymnasium in Lenggries, unter Leitung von Lehrkraft Tamara Höcherl. Die Schülerinnen forschten, vernetzten sich, beantragten Fördergelder, suchten Unterstützer und Sponsoren und fanden im weitläufigen Naturgelände der Jugendsiedlung Hochland einen geeigneten Platz. Diesen stellte ihnen der Trägerverein kostenlos zur Verfügung. Die Schülerinnen des folgenden P-Seminars begannen dann im Sommer 2016 mit den Bau- und Pflanzarbeiten und schon im Herbst war das Ganze fertig. Im Februar gewann die Schule für dieses außergewöhnliche Projekt den Bayerischen P-Seminar-Preis des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, im März sogar den Deutschen Klimapreis der Allianz Umweltstiftung, die Auszeichnung wurde in einer Feierstunde am 22. Mai in Berlin übergeben.

Weitere Informationen und Terminvereinbarung für Tagesbesuche und Workshops:
Der ökologische Fußabdruck
Jugendsiedlung Hochland, Rothmühle 1, 82459 Königsdorf
Umweltstation Königsdorf: Tel. 08041 7698-24 oder unter www.jugendsiedlung-hochland.de sowie auf der Projektseite www.fussabdruck-koenigsdorf.de.